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Alt 29.04.2011, 15:23   #11
Django
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Tja, da sitz ich nun hier, schon gut, schon gut, es ist nicht das Ritz Carlton, ach verdammt, es ist nicht einmal ein Radisson. Aber es ist ruhig, bis auf die V12´s der diversen Zuhälter hier im Bahnhofsviertel. Mein Gott, was waren das noch für Zeiten, als diese Branche noch altehrwürdiges Detroit Iron fuhr. Und heute, pah, heute werden italienische Nähmaschinen gefahren, ist wahrscheinlich auch so Filmen wie Transporter und Miami Vice geschuldet. Ich für meinen Teil mag meinen CTS-V Station Wagon, so wie er mit den Echtsilber-Türgriffen und den Weihwasser-Spritzdüsen zwei Querstraßen weiter parkt. Glauben Sie mir, es ist alles andere als einfach, so aus dem Nichts einen funktionierenden geheimen Exorzismusdienst aufzubauen. Da wird man nichtsahnend zu seinem kommandierenden Erzbischof zitiert, bekommt ein paar hundertausend Euros in die Hand gedrückt und dazu den Befehl, einen funktionierenden Geheimdienst aufzubauen. Na toll. Das Geld ging schon fast allein für ne anständige Zugmaschine und ein paar unabdingbare Waffen drauf. Ja haben Sie überhaupt eine Ahnung, was Heckler und Koch oder auch Kimber für anständige Waffen für Preise aufrufen? Aber ich komm schon wieder vom Thema ab, bitte verzeihen sie mir.
Toll, ich bin also im Moment Director of Action, Director of Intelligence und Field Agent in Personalunion. Das kann ich meinen potentiellen Mitarbeitern eigentlich nicht verkaufen. Wissen Sie was, ich mach folgendes:
Ich bin auch nur ein einfacher Field Agent, der neue Agenten anwirbt. Natürlich gebe ich Berichte an meine Vorgesetzten weiter und natürlich kann ich meinen Rekruten nur soviel bezahlen, wie meine Vorgesetzten rausrücken. Dieser Typ zum Beispiel, den ich gerade ein bißchen ziehe, der könnte mein Director of Intelligence werden, ein aufgewecktes Bürschchen, Halbjapaner steht in meiner Akte. Ja, ich denke, den könnte man formen. Er wollte sich mit mir treffen, hier in diesem Motel. Meine SBCA001 zeigt mir grad, daß er gleich hier eintreffen sollte. Ich rücke meine Krawatte aus Wildseide zurecht, knöpfe die Ärmel meines Jacques-Britt-Mastershirts zu und nehme ein Pfefferminz gegen den Bourbon-Geschmack meines Wild-Turkeys.
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Alt 29.04.2011, 20:34   #12
Seiko
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"Ist er gut, dieser Django?“, hatte sie mich gefragt und ich hatte ihr offen meine Unwissenheit gestanden. "Aber irgendwie habe ich das Gefühl, an dem Kerl ist mehr dran, als ein Schlapphut und ein Hang zum Schnellsprechen..."

Also hatten wir Kontaktdaten ausgetauscht und beschlossen erst einmal ein paar Erkundigungen einzuziehen. Was soll ich sagen, Nichts!, einfach Nichts! Den Kerl gab es nicht, keiner kannte ihn oder hatte auch nur Gerüchte gehört und auch Shanas Quellen hatten völlig versagt.

Nachdem wir eine Weile mißmutig bis verblüfft und durchaus auch ein wenig beeindruckt geschwiegen hatten, schlug ich vor, dem Mann doch noch einmal persönlich auf den Zahn zu fühlen.
Ich würde ein Treffen mit ihm ausmachen und Shana könnte erst einmal im Hintergrund bleiben und ihm gegebenenfalls nach dem Treffen folgen.

Jetzt stand ich vor dem vereinbarten Treffpunkt und meine Black Samurai zeigte mir, daß ich exakt 5 Minuten zu spät war, inzwischen dürfte Shana ihre Position unauffällig eingenommen haben.
Also betrat ich das schäbige "Restaurant" des Motels und sah ihn an der Bar sitzen. Die Arme ließ ich locker an der Seite herabhängen, Hände dabei gutsichtbar und offen. Bei Ihm angekommen, streckte ich die Hand aus und schüttelte seine Rechte. Sein Händedruck war trocken und fest, ein starker Mann, der genau aufpasst, nicht zu fest zuzudrücken.

" Dann schießen sie mal los, Django...wenn ich sie denn wirklich so nennen soll?!"
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Seiko ist offline  
Alt 29.04.2011, 22:47   #13
Shana
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Ich blickte Seiko besorgt nach, als er das schmierige Etablissement betrat. Träge krochen die Sekundenzeiger über das Zifferblatt meiner diamantbesetzten Rolex. Dann betrat ich das „Restaurant“. Zunächst steuerte ich jedoch die Toilette an. Ich brauchte dringend ein anderes Outfit. In diesem Ledermantel, den verwaschenen Jeans und abgewetzten Cowboystiefeln hätte ich zu viel Aufmerksamkeit ergattert … viel zu viel.
Nach 5 Minuten verließ ich das Klo. Heilige Jungfrau, hoffentlich ist die Kneipe nicht genauso schlimm wie das Scheißhaus.

Pfeifend betrat ein rothaariger Vamp das Lokal. Ein hellbraunes Kleidchen, das mehr versprach als verdeckte, hochhackige Pumps aus rotem Lackleder und dazu ein passendes Handtäschen. Deutlich ließ sie einen Kaugummi knallen. „Hey Alter rück ma en Kaff raus, bin müde und will gleich heim, pennen!“ leierte sie in dem typisch verwaschenen Haarlemer Dialekt. „Ham die Nutten auch schon Anweisungen zu geben oder was!“ bellte der dicke Kerl hinterm Tresen zurück. „Och Opi, bist ja bloß neidisch, daste ma nich leisten kannst, wa?“ Dann setzte sie sich mit dem Rücken zum Tresen und zog ihre Schminkschatulle hervor. Umständlich zog sie die Konturen ihrer Lippen nach während sie aufmerksam in den Spiegel schaute.

Verdammt schaut der Kerl gut aus, bisschen versnobt, aber echt ein Kerl mit dem gewissen Etwas. Ein Humphrey Bogart der Neuzeit sozusagen. Die beiden Männer flüsterten miteinander, aber sie war ja nicht zum lauschen hier.
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Ad Maiorem Dei gloriam
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Alt 30.04.2011, 07:40   #14
Django
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Der Bourbon in meinem Blut beschleunigte meine Synapsen, meine Linke umschmeichelte das Einhandmesser mit Silberbeschlägen in meiner Westentasche. Meine Rechte antwortete dem Händedruck des etwas kleineren Mannes, der mir gegenübertrat. Ich bedeutete ihm Platz zu nehmen, goutierte die professionelle Uhr an seinem kräftigen Handgelenk, welches mir zeigte, daß er durchaus zu kämpfen gewohnt war aber beobachtete in dem stellenweise blinden Barspiegel meine Umgebung. Die Verkleidung war sehr passend gewählt, das mußte ich ihr zugestehen, aber wie jeder Amateur beging sie auch die jeweiligen Amateurfehler! Man vergißt einfach die teuren Ohrringe, oder in diesem speziellen Fall die Daytona Masterpiece, die als echte hier ungefähr so gut reinpasste, wie ein Clownfisch in einem Schwarm Tigerhaie.
>Soso<, dachte ich bei mir, >der Kerl hat Verstärkung dabei, mal sehen, was das noch gibt.<
"Nennen Sie mich ruhig so, Seiko - ihre Mutter hatte Sinn für Humor. Sie sind aber auch wirklich ziemlich präzise, was ich letztens so sehen konnte. Wissen Sie, mit was Sie sich so beschäftigt hatten? Das waren keine Freaks, das waren echte Kreaturen der Nacht. Auch wenn Sie es vielleicht noch nicht glauben, aber Vampire sind höchst selten Adelige mit einem Hang zu Capes und Smokings, genausowenig wie die meisten Werwesen Rucksacktouristen aus England waren."
>Hier mache ich meist eine Pause, um die Reaktion meines Gegenübers zu sehen, aber in typisch japanischer Art guckte er mich nur höflich an, es war nicht zu lesen, ob er gerade die Nummer des psychologischen Notdienstes im Geiste durchging. Also sprach ich weiter<
"Sie haben die letzten Zufallsbegegnungen ziemlich gut überstanden, aber ich glaube bei einem kontrollierten Angriff stehen Sie alleine ziemlich hmmm, alleine da! - Und jetzt komme ich ins Spiel. Ich stehe in meiner Firma ziemlich weit oben in der Befehlskette und ich könnte jemanden wie Sie sehr gut gebrauchen. Ich bin damit beauftragt, einen kleinen Geheimdienst aufzubauen, der sich um marodierende Wesen der Nacht kümmert. Und ich brauche noch jemand fähiges auf Führungsebene, jemanden, dem ich vertrauen kann. Der weiß, wie die Firma tickt und wie man Leute führt. Kurz, ich brauche jemand, der parallel zu mir ebenfalls den Führungsagentenjob übernimmt. Wenn jeder Führungsagent nur zwei Leute führt, haben wir schon sechs Leute, die insgesamt ins Feld ziehen können."
>Er wirkte auf mich wie jemand, den Todesdrohungen nicht rühren, in meiner Zeit bei den Rangers hab ich diesen Blick schon öfter gesehen, also entschied ich mich für eine andere Art von Schweigeverpflichtung...<
"Also Seiko, wenn Sie annehmen, treffen wir uns das nächste Mal auf der aufgelassenen Standortschießanlage. Falls Sie nicht annehmen, erzählen Sie niemanden von unseren Treffen - man würde Ihnen sowieso nicht glauben. Hier ist ein Handy, rufen Sie nicht mich an, ich rufe Sie an. Wenn Sie nichts von mir hören, können Sie es nach Gutdünken verwenden, die Karte ist nur für drei Tage offen, dann wird die Karte gelöscht."
>Ich drücke ihm ein altes Panasonic-Gerät in die Hand, schüttel dann noch einmal seine dargebotene Hand und erhebe mich. Während ich den Trench anziehe und meinen Hut geraderücke, zwinkere ich dem Straßenmädchen mit dem auffälligen Echtschmuck einmal kurz im Spiegel zu und gehe durch die Tür. Als ich auf die Straße trete, spüre ich den Laserpoint-Griff meiner Kimber Pro Covert II in der Faust, er beruhigt mich, ich trage die Waffe in meiner verstärkten Manteltasche im Zustand Cocked&Locked, bereit in unter einer Sekunde eine beträchtliche Menge Blei in jedweges Nachtgezücht zu pumpen, das dumm genug wäre, mich anzugreifen. Nachdem ich mich überzeugt habe, daß mir keine unmittelbare Gefahr droht, zünde ich mir eine JPS Black an und marschiere die Straße hinunter, dabei pfeife ich "As time goes by."<
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Django ist offline  
Alt 30.04.2011, 16:36   #15
Seiko
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Zögernd wog ich das altertümliche Mobiltelephon in der Hand und versuchte einzuschätzen, wie ich das Zwinkern im Spiegel zu deuten hatte. Django schien mir Profi genug um in Shanas ausgezeichneter Tarnung einen Fehler entdeckt zu haben, sollten wir das Risiko eingehen?
Seine Aussagen zu Vampiren und Werwölfen deckte sich mit dem, worüber mich meine neue Partnerin in den letzen Tagen aufgeklärt hatte.
Ich war mir nicht sicher, ob ich erleichtert sein sollte, doch nicht den Verstand zu verlieren, oder ob ich die psychotische Variante nicht doch vorgezogen hätte.

Fragend blickte ich in ihre Richtung. Wenn sie ihn verfolgen sollte müßten wir rasch eine Entscheidung treffen...
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Seiko ist offline  
Alt 30.04.2011, 17:49   #16
Shana
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Irritiert schaute ich dem Fremden hinterher. Hatte er mir zugezwinkert wie ein potentieller Kunde oder war meine Tarnung doch nicht so optimal gewesen? Gleichsam unwillkürlich glitt mein Blick über das Zifferblatt meiner Masterpiece. Oh Shana, was bist du doch für ein Dummerchen. Klar, jede New Yorker Durchschnittsprostituierte trug ja so ein Teil. Ich wusste nicht, ob ich grinsen oder heulen sollte.

Dann ging ich zum Tresen. Wegen dem Wirt hielt ich meine Tarnung vorerst noch aufrecht. „Na mein kleener Japs, noch Lust uff bischen Spaß? Schaust so verspannt aus, ich könnte das ändert.“ Seiko schien verstanden zu haben, er grinste kurz. „Ach Opi, wat kostet die Spülbrühe denn, wat du Kaffe nennst?“ - „Ein Dollar fuffzich.“ Ich legte zwei Dollarnoten auf den speckigen Tresen und hakte Seiko unter. Im Flur flüsterte ich: „Moment ich bin gleich bei dir, zieh mich nur fix um.“

Die Rückverwandlung in die alte Shana O'Brian ging genauso schnell vonstatten. Jeans, cremefarbene kurzärmelige Bluse, braune Boots und mein geliebter Ledermantel, der mir bis zu den Knöchel reichte. Als letztes hüllte ich meine Haarpracht wieder ein türkisfarbenes Seidentuch. Keine anständige Irin geht ohne Kopfbedeckung aus dem Haus.

Seiko unterrichtete mich in kurzen Sätzen von dem Gespräch mit Django. Als er das Cellphone erwähnte, schrillten in mir alle Alarmglocken. Verdammt, es wäre nicht der erste Kopf, der beim Abheben weggeflogen wäre! "Kommen Sie Seiko. Ich trau dem Knaben nicht, wer weiß, ob das Ding da sauber ist. Am besten gehen wir zu meinem Wagen, dort kann ich es untersuchen.“ Seiko schien unschlüssig. „Keine Angst“ beruhigte ich ihn „ich werde es nicht aufschrauben, nicht mal anfassen werde ich es.“ Das schien ihn zu beruhigen.

In der nächsten Querstraße stand mein Baby, ein nagelneuer weißer VW-Crafter. In grüner Schrift prangte die Werbung meiner Firma an den Seitenwänden: Shanas Garten-Paradies, grüne Träume von der grünen Insel. NYC, 27th. Hudson Str. Seiko klappte der Unterkiefer herunter. Ich grinste ihn an. „Was haben Sie erwartet, etwa einen Mini?“ Ich öffnete die Türen der Ladefläche. „Legen Sie bitte das Mobile da hin.“ Inzwischen suchte ich meinen Scanner. „Hm, schauen wir mal nach.“ Ich tippte einige gängige Codes ein, aber der Scanner schwieg. Dann überließ ich der Maschine den Job selbst und schaltete auf Autodetect. „Also … das Cellphone scheint sauber, außer Elektronik und billigem japanischem Plastik ist da nichts drin, jedenfalls nichts was explodieren könnte.“

Ich schaute Seiko an. Erst jetzt fiel mir auf, wie kaputt und müde er wirkte. „Ich mach Ihnen einen Vorschlag Mister v. Albersdorf. Wir warten bis 'Mister Big' Sie anruft. Inzwischen fahren wir zu mir, ich koch Ihnen einen Tee, Sie legen sich ein paar Stunden hin und dann sehen wir weiter … und nein, das ist kein Date!“ fügte ich bissiger hinzu als eigentlich beabsichtigt.
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Geändert von Shana (30.04.2011 um 19:16 Uhr)
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Alt 30.04.2011, 18:17   #17
Django
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Gutgelaunt parkte ich meinen Kombi im Carport der Kirche unserer lieben Frau. Mein Weg war der übliche, mit den kleinen versteckten Winkeln, die ein normaler Autofahrer nie nehmen würde. So konnte man lästige Verfolger gut aufspüren. Würde man allerdings von einer Fledermaus oder einem Hundchen über die Dächer verfolgt, dann konnte man so etwas natürlich nie komplett ausschließen. Aber hier, in meinem Hideout konnten sie so lange sie wollten gegen die Türen aus Stahl und Silber anrennen. Gegen Nebel hatte ich natürlich auch vorgesorgt, eine Luftschleuse sowie Gummilippen unter den Bleiplatten sorgten für eine nahezu himmlische Ruhe. Hm, ich schlage wohl besser ein Kreuzzeichen, mi dispiace. Der Pfarrer empfängt mich herzlich, O´Neill ist sein Name, ein Erzkatholik, wie er im Buche steht, in einem von James Joyce. Handfest, trinkfest, Bibelfest. Bereitwillig umfasse ich seine gerötete Pranke, schüttel ihm zweimal die Hand, der Widerstand war wie der eines Pumpenschwengels und grinse ihm in das breite Gesicht, dessen gesunde Gesichtsfarbe fast mit der seines militärischen Bürstenhaarschnitts konkurrieren konnte. Wie ich war er in jüngeren Jahren in einer Spezialeinheit, den Army Rangers Wings. Dort allerdings hatte er sein spirituelles Erlebnis. Er hat sich geschworen, nie wieder eine Waffe abzufeuern. Allerdings ist Pater O´Neill der beste Waffenschmied, den ich je gesehen habe. Er repariert, wartet, hält instand - zudem hat er noch die besten Connections nach Fort Benning, Fort Bragg und man munkelt sogar (nur unter alten Haudegen ab dem 6ten Guinness und selbst da nur hinter hervorgehaltener Hand) daß er selbst ein paar Jungs vom SAS kennt. Als er plötzlich meine Hand stärker drückt und zu sich herunterzieht, mache ich die Bewegung mit, säble ihm mit halber Kraft das Standbein unter dem massigen Leib weg und lasse mich fallen. Seine Pranke lasse ich dabei aber nicht los und so landen wir beide auf dem Boden. Noch bevor er seinen Fairbairn-Sykes-Dolch ziehen kann, hat er mein kleines Taschenmesser an seiner Kehle. Lachend schüttele ich den Kopf:
"Ryan, Du weißt, daß Du verlierst, warum versuchst Du´s immer wieder?"
Nicht minder lachend, nur genauso außer Atem wie ich, meint er:
"Damit Du mir nie aus der Übung kommst, Kleiner! Komm, laß mich hoch, ich hab noch n Sixpack Smithwicks im Kühlschrank."
"Schon überredet, und wehe, Du hast mir mit der Aktion meine Macanudos zermatscht!"
"Ups, da müßt ich vor mir selbst beichten..."
Er beeilte sich, hochzukommen und schloß dann mit seiner Magnetkarte die Tür zur Sakristei auf. Im Kleiderschrank führte uns eine weitere magnetgesicherte Tür dann in die Katakomben. Der lange, kameraüberwachte Gang zweigte ab in vier Räumlichkeiten.
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Django ist offline  
Alt 30.04.2011, 18:17   #18
Seiko
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Shana gelang es mich immer wieder zu verblüffen, zuerst dieser voll ausgerüstete Van, der Sergeant Bosco Albert Baracus die Tränen in die Augen getrieben hätte und jetzt dieses Angebot, welches mit einer etwas zickigen Attacke auf meine möglichen testosterongesteuerten Gedanken gekrönt wurde!
Ich lächelte sie an und sagte: "Tee und Schlaf klingen ausgezeichnet!
Wenn er anruft, sollten wir unsere Karten offenlegen. Ich werde ihm mitteilen, daß es uns nur als Paket zu buchen gibt, wenn sie damit einverstanden sind, Shana.
Es wird Zeit, daß die ganze Sache sich aus dem Ungefähren in etwas Klares verwandelt.
Wenn Sie beide recht haben und sich die Situation mit den Vampiren und Werwölfen tatsächlich so verhält, kann mir nichts Besseres passieren, als mit zwei erfahrenen Profis zusammenzuarbeiten. Kämpfen ist zwar auch mein Geschäft, aber bisher hatte ich in der Regel nur mit Menschen zu tun.
Wenn die Ziele dieser Katholischen Organisation nicht gegen Grundsätze verstößt, die ich nicht verletzen kann, werde ich es mit ihm versuchen.
Also lassen sie uns fahren, ich brauche wirklich etwas Schlaf."
Sie sah mich noch einmal prüfend an, ihr Lächeln wirkte fast etwas entschuldigend.
Dann startete sie den Volkswagen und fuhr routiniert und gelassen los...
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Seiko ist offline  
Alt 01.05.2011, 17:03   #19
Shana
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Seiko war mittlerweile eingeschlafen, seinen Tee hatte er nur zur Hälfte ausgetrunken. Auch ich war eigentlich hundemüde, doch ich hatte Angst vor dem Schlaf, Angst vor den Alpträumen …

Die Stadt brannte. Beißender Rauch hing in der Luft. Zusammen mit dem klirrenden Rasseln von Panzerketten, Schüssen und Schreien bot sich dem kleinen sechsjährigen Mädchen ein Bild des Schreckens. Ängstlich hielt es die rechte Hand seiner Mutter umklammert und hastete durch dieses Inferno. Plötzlich blieb die Mutter abrupt stehen. Vor ihnen standen gut zwei dutzend Menschen, die Baseballschläger und Pistolen schwangen. „Na, du republikanisches Flittchen, jetzt bist du fällig und deine Brut gleich noch mit.“ Drohend schwang der Sprecher seinen Knüppel. Dem Mädchen blieb vor Angst der Mund offen. Dieser Mann schaute aus als wäre er bereits gestorben. Spitze Zähne ragten aus seinem Mund und Blut tropfte von seinem Kinn. Doch ihre Mutter schien das wohl gar nicht zu sehen. Ungerührt schleuderte diese dem Mann zornige Worte entgegen. „Wehrlose Frauen und Kinder abschlachten, mehr habt ihr Mörder wohl nicht drauf, was? Für das hier … “, sie deutete um sich, „mögt ihr in der Hölle schmoren.“ Das Monster hielt plötzlich inne und schien nachzudenken. Sein Nebenmann, von nicht minder abstoßendem Äußeren, schien ihn zu beschwichtigen. „Laß gut sein George, is' doch nur 'ne Frau mit 'nem Kind. Laufen bestimmt noch einige bewaffnete von denen 'rum, die wir kaltmachen können.“ Dann zog die grausige Schar an ihnen vorbei.

Wie gehetzte Tiere rannten die Frau und ihr Kind weiter. An der nächsten Straßenecke hielt direkt vor ihnen ein Laster der britischen Armee. Die Ladeklappe krachte herunter und Soldaten sprangen auf die Straße. „Ruhig Shana, die Briten werden uns nichts tun.“ flüsterte die junge Frau dem Kind zu und streichelte es beruhigend über den Kopf. „Mama“ wimmerte die Kleine, „warum haben die solche Köpfe wie unser Berry und überall Fell?“ Die Frau schloss die Augen und schüttelte verzweifelt den Kopf. Wie musste es in der kleinen Kinderseele nur aussehen, dass sie solche alptraumhaften Vorstellungen hatte. „Ausweis, sofort!“ bellte ein besonders großer „Hund“. Sein Stahlhelm verschwand fast vollständig zwischen seinen zotteligen Ohren. „Patricia O'Brian?“ Ihre Mutter nickte tapfer. „Sie sollten die Stadt vorerst meiden. Haben Sie außerhalb Londonderrys noch Verwandte?“ - „In Belfast, meine Schwester.“ - Gut, bleiben Sie erst mal bei uns. Heute Abend nimmt Sie einer unserer Kuriere mit.“

„Mama ich will nicht bei diesen fürchterlichen Hunden bleiben.“ Das Mädchen wimmerte immer lauter. Der große Wolf schaute erst sie und dann ihre Mutter an. 'Jetzt wird er uns fressen' dachte Shana und schloss die Augen. Stattdessen knurrte er nur. „Sie sollten ihrer Tochter beizeiten Manieren beibringen Ma'am, sonst wird sie's schwer haben im schönen königlichen Nordirland.“ -“Ja Sir, selbstverständlich Sir.“ flüsterte ihre Mutter mit gesenktem Kopf. Dann berührte Shana eine pelzige Tatze und hob ihr Kinn an. „Nicht weinen Kleine, wir haben alles im Griff und in ein paar Tagen kannst du wieder nach Hause.“ Der monströse Wolf grinste sie an und entblöste seine gewaltigen Zähne, viel größer als die ihres Schäferhundes. Dann wurde sie ohnmächtig.

Völlig verschwitzt erwachte ich und ich unterdrückte eine Panikattacke. Beruhigend strich ich über das silberne Kreuz, dass mir meine Mutter zum 18. Geburtstag geschenkt hatte. Ich stand auf, strich die Tagesdecke über dem Bett glatt und beschloss, nach Seiko zu sehen.
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Geändert von Shana (01.05.2011 um 23:19 Uhr)
Shana ist offline  
Alt 01.05.2011, 22:52   #20
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Hinter der ersten Tür lag ein Besprechungsraum, eine Luftschleuse trennte ihn vom Hauptgang ab, in dem halbmeterdicken Ring rund um den Raum war Counterspionage-Equipment vom Feinsten untergebracht, ein Magnetfeld mit stetig wechselnder Polarisierung konnte jedes Abhörgerät binnen von Sekunden in Pudding verwandeln, über dem breiten, länglichen Tisch hing zentral eine Uhr mit bernsteinfarbenen Digitalziffern an der Stirnwand. Sie zeigte die aktuelle Uhrzeit funkgenau in Stunden:Minuten:Sekunden an. Vor jedem der 12 bequem aussehenden Stühle war eine IBM Workstation mit Digicam eingelassen, der Monitor vor dem Stuhl des Six (der kommandierende Offizier) war mit der Mitra des obersten Hirten verziert.
Der zweite Raum, dem ersten gegenüberliegend, war ebenfalls mit der Countdown-Uhr ausgestattet und dem ersten nicht unähnlich. Allerdings war in der breiten Seitenwand eine digitale Weltkarte eingebettet, die bestimmte Orte in der Welt anzeigte. Bei den meisten, im übrigen alles Groß- oder Hauptstädte, lagen diverse Informationen zu Bevölkerungsdichte, Staatsführer und ähnliches vor. Allerdings auch kryptischeres Material, wie Anzahl der Werwesen und Vampire, letzte bestätigte Vernichtung, etc. etc. Die übrigen Wände waren voll mit Monitoren, die BBC, CNN, Phoenix, Bloomberg und weitere Nachrichtensender zeigten.
Der dritte Raum war kleiner als die vorhergehenden, aber ungleich stärker gesichert. Eine massive Stahltüre, mit Beschlägen aus Reinsilber, Weihwasserspritzdüsen, versteckt in jeder dritten Niete, in das Silber getriebene Bannsprüche, Symbole aus jedweder Religion dieser Erde, geschnitzt und punziert in jedem Winkel der Türe. Der Schließmechanismus war gekoppelt an eine Retina-Scan-Anlage, gefolgt von einem Handabrucksensor, welcher gekoppelt war mit einer Temperaturmessanlage. Django streichelte kurz die riesige Tür nahezu zärtlich und marschierte dann auf die letzte Stahltür zu, die er mit dem Transponder unter seiner Militäruhr aufschloss.
Ein fröhliches Kaminfeuer empfing ihn, als er das Zimmer betrat, welches an einen altenglischen Club gemahnte. Das warme Nußholz der Kassettendecke ging über in die holzgetäfelten Wände, auf einem kleinen Couchtisch standen ein schwerer Kristallaschenbecher aus Böhmen und dazu passend ein Tischfeuerzeug, in dessen kristallenen Sockel ein Reißzahn eingelassen war. Eine Flasche John Powers and Sons Gold Label stand daneben sowie sechs umgedrehte Gläser. Das militärische Feldbett in der Ecke mit der zerwühlten Decke und darauf ein kleiner Teddybär in Army-Ranger-Uniform mit dem gestickten mit Eichenlaub umkränzten Dolch auf dem Shirt zerstörte etwas die noble Atmosphäre.
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